«Bluff»

Alexandra Bachzetsis

«Bluff» untersucht die Frage nach der Identität des zeitgenössischen Körpers, die ambivalent zwischen den von anderen übernommenen, manchmal wie Kleidungsstücke übergestülpten Körperschemata und der Erfahrung der eigenen Körperlichkeit schwankt. In ihrer neuen Choreographie erstellt Alexandra Bachzetsis ein Archiv von Gesten, Mimiken, Bewegungen und Haltungen – und erarbeitet so ein Vokabular des zeitgenössischen Körpers. Im Zentrum steht das Verhältnis der eigenen Körpersprache zu verschiedenen subkulturellen Strömungen und Konventionen der Bühnensprache. Ein Phänomen der Subkultur ist ihr permanenter Übergang in den Mainstream – Kommunikationselemente werden plötzlich zu einem Hype und entwickeln eine Bewegungssprache, die sich im Alltag festsetzt. In unterschiedlichen kulturellen und subkulturellen Bewegungen - z. B. HipHop und Vogueing in New York, Tectonic in Frankreich, Krumping und Clowning in Los Angeles - wird das Phänomen des Ausgrenzens und Einschliessens von konventionellen stilistischen Details beobachtet, welche dann zu einer Eigenkreation und Kultsprache mutieren.

«Bluff» besteht aus Dialogen zwischen drei PerformerInnen und beinhaltet immer die zwei Seiten – das Original und die Fälschung. «Bluff» macht den Prozess sichtbar, wie ein Original in die Kopie und die Kopie in die nächste Kopie transformiert wird. Was sagt Körpersprache aus, wenn sie zweimal übersetzt wird?

Die Choreographin und Performerin Alexandra Bachzetsis gilt als eines der grossen Talente der Schweizer Tanzszene. In der Kaserne ist sie regelmässig zu Gast, zum letzten Mal mit «Soiree» (im Rahmen der Tanztage 09) und den zwei Arbeiten «Perfect» & «Dancing» (im Rahmen von ZAP! Ein Performance-Marathon).