Let's Pretend To Be Human

Eine Exkursion ins Abenteuer Menschlichkeit | Marcel Schwald

Das Thema Helfen ist ein Evergreen in den Medien. Mit immer stärkeren Mitteln wird es unterhaltsam, ästhetisch und rentabel gemacht. Die Hilfsindustrie holt uns mit Plakaten auf der Strasse ab und begleitet uns beim Shopping. Die Benefizmaschinerie hat ihren festen Platz in unserer Freizeit und unserem Konsumverhalten und behauptet ihn mit wachsendem Umsatz. Sie schafft Existenzgrundlagen für Helfer und Hilfsbedürftige zugleich, während wir von zu Hause aus per Mausclick am «Abenteuer Menschlichkeit» teilhaben – geruchsfrei und safe.

In «Let’s Pretend To Be Human» nehmen sich drei DarstellerInnen dem Gefühlsvakuum an, das die Spendenkultur beim Einzelnen hinterlässt: Gefühle der Ohnmacht, des Nichts-tun-könnens. «Wie sieht Helfen konkret aus?» fragen sie und stürzen sich Hals über Kopf in ein Training für den Ernstfall. Sie entdecken Mechanismen, die Hilfsimpulsen zugrunde liegen. Sie spielen medial vermittelte Bilder nach, im Streben nach einer körperlichen Erfahrung. Sie tauchen in einen Traum von Menschlichkeit ein, der wirtschaftlich erfolgreich «Ethik» repräsentiert.

Regisseur Marcel Schwald verwendet Praktiken des Theaters, der Performance, des Journalismus und der Soziologie und untersucht Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Kommunikation. Gemeinsam mit dem Künstlerduo Copa & Sordes erhielt er den Preis «Freies Kunstprojekt 2010» des Kunstkredits Basel für eine erweiterte Form seiner Reihe «Host Club» (Gesprächsperformances), die er 2008/9 an der Kaserne Basel entwickelt hat. Auf der Bühne stehen Ariane Andereggen, Susanne Abelein und Adrian Gillott. Ariane Andereggen gewann mit ihrer Arbeit «Woman is an Art Show» den Publikumspreis des diesjährigen Performancewettbewerbes des Museums für Gegenwartskunst Basel. Susanne Abelein ist Gründungsmitglied der Basler Theatergruppe CapriConnection. Adrian Gillott performt für die freie Berliner Theatertruppe Nico and the Navigators.

Von und mit Susanne Abelein, Ariane Andereggen und Adrian Gillott | Regie Marcel Schwald  Dramaturgie Boris Brüderlin | Bühne Manuel Gerst | Musik/Licht Matthias Meppelink  Regieassistenz Geraldine Hofmann

Eine Koproduktion mit der Kaserne Basel.
Unterstützt von: Fachausschuss für Theater & Tanz beider Basel, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, GGG, Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Stiftung Edith Maryon, Futurum Stiftung, Fonds Werkraum Warteck, Pro Helvetia




Mitglieder des FSK, des Jugendclubs der Kaserne Basel, besuchen die Vorstellung vom Fr 24.2. zum reduzierten Eintritt von CHF 12.-