«Mütter.Väter.Kinder»
Familienforschung von und mit Sebastian Nübling und 3 Familien
Mütter, Väter, Kinder sind Töchter, Söhne, Enkel, Eltern, Nachahmer, Vorbilder, Spiegelbilder, Generationen. Die Familie wird man niemals los - sie wird beschworen, subventioniert, vergrössert, geschrumpft, herbeigesehnt und immer wieder neu erfunden. Auf dem Theater ist die Familie meist Schauplatz dramatisch zugespitzter Auseinandersetzungen. Das Gesellschaftliche greift ins Private, familiäre Konflikte sprengen gesellschaftliche Strukturen und lassen ganze Reiche zerfallen.
Nach dem ersten Teil der Familienforschung «Mutter. (Vater. Kind.)» kehrt Sebastian Nübling nun mit drei Familien in die Kaserne zurück und sucht mit seinem Team ausserhalb des dramatischen Kanons nach der inneren Struktur familiären Zusammenlebens. Wie sieht eine Familie aus, von der die Beteiligten behaupten, dass sie funktioniert? Wer lebt hier überhaupt mit wem und wieso geht das? Aufstehen, Frühstück, Arbeit oder Schule, Mittagstisch, wieder Arbeit, Schule oder Freizeit, Abendbrot und Schlafengehen sind die regelmässigen Stationen im Tagesablauf (fast) jeden Lebens. Am Küchentisch zu zweit zu dritt oder beim Fest der (Wahl-) Verwandtschaft entfalten sich Selbst- und Fremd-Bilder, werden Erinnerungen wachgerufen, kochen Konflikte hoch – das Leben zwischen Gewohnheit und Ausnahmezustand. Drei Familien begeben sich im Selbstversuch auf die Spuren des Klebstoffs, der Menschen unauflösbar aneinander bindet. Anhand von biografischem Material entwickeln sie exemplarische Situationen, in denen das Zusammenleben, der Wunsch nach Freiheit und Abhängigkeit, nach Individualität und Gemeinschaft in den Fokus gelangen. Gibt es ein Leben jenseits der Projektion Familie?
Das Stück ist eine Koproduktion von pvc Tanz Freiburg Heidelberg und dem Theater Hebbel am Ufer Berlin, gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
