Made in Paradise

Yan Duyvendak, Omar Ghayatt, Nicole Borgeat

Was geschieht, wenn «Yes, we can» auf «Inschallah» trifft? Kann man den Islam zum Thema machen, ohne dass alles in die Luft geht? «Wenn wir die Begegnung mit dem Anderen suchen, riskieren wir, uns selbst zu sehen», bringt die Dramaturgin Nicole Borgeat das Aufeinandertreffen der beiden Performance-Künstler Yan Duyvendak aus der Schweiz und Omar Ghayatt aus Ägypten auf den Punkt. Der Kulturschock, die Missverständnisse, und Irritationen, aber auch die freudigen Überraschungen, «Entschleierungen» und «Augenöffner», die Duyvendak in Kairo und Ghayatt in der Schweiz erlebten, haben die beiden zu 15 Fragmenten verdichtet. In jedem Fragment scheint jeweils eine Facette der spannungsvollen und oft von Klischees verstellten Begegnung auf. Die ZuschauerInnen werden zum Teil der Performance, indem sie nach Schweizer demokratischer Manier darüber abstimmen, welche Fragmente sie sehen wollen. So wählen die ZuschauerInnen, ob sie 9/11 sehen wollen – bisher das beliebteste Stück – oder eine geheimnisvolle Reise nach Alexandrien oder eine muslimische TV-Sexologin. Dabei sieht das Publikum immer nur Bruchstücke des Ganzen. Die fragmentarische Annäherung zeigt: Es gibt keine absolute Wahrheit, weder über den Islam, noch über die Begegnung mit dem Anderen.

Produktion: Dreams Come True, Genève. Koproduction: Théâtre de l’Arsénic, Lausanne ; Dampfzentrale, Bern ; GRÜ, Genève, La Bâtie-Festival de Genève. In Zusammenarbeit mit: FRAC Alsace ; Montévidéo, Marseille
Unterstützt von: Fonds municipal d’art contemporain Genève; République et canton de Genève; Pro Helvetia Liaison Office Cairo; Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung; la Loterie Romande; Valiart Bern ; ONDA Office National de Diffusion Artistique, Paris.

Im Rahmen der Série Romandie
Beitrag von ARTE-Kultur zu der Aufführung "Made in Paradise" im Rahmen des "Festival Temps d`Images":