Richtlinien

Prämisse | 1. Programm | 2. Finanzielles | 3. Betrieb | Download Richtlinien
Prämisse
Die folgenden Richtlinien für Programm und Betrieb der Kaserne Basel verstehen sich als Grundlage für die Arbeit des Vorstandes, der zukünftigen Leitung sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kaserne Basel einschliesslich des Restaurants Kaserne. Diese Richtlinien dienen als Basis für die Verhandlungen über die Subventionsperiode 2008 - 2011 mit den Behörden, die Ausschreibung für die Neubesetzung der Leitung und das Leitbild.

Die Richtlinien basieren auf den heutigen finanziellen und räumlichen Bedingungen und sollen den Rahmen für einen optimalen Betrieb der Kaserne Basel bilden. Es ist klar, dass die Kaserne Basel unter diesen Bedingungen nicht alle berechtigten Bedürfnisse von Populärmusik, Theater und Tanz befriedigen kann. Hierfür müssen über die Kaserne hinaus Lösungen gefunden werden.
1. Programm
Die Kaserne Basel ist Spiel- und Produktionsstätte für Populärmusik, Freies Theater und Zeitgenössischen Tanz.
Die Kaserne Basel ist in der Kulturszene der Region verankert und wird im In- und Ausland als Partnerin von Häusern mit vergleichbarem Auftrag und Anspruch wahrgenommen.
Die Kaserne Basel präsentiert ein Programm von hoher Qualität am Nerv der Zeit, das den drei Kunstformen angemessen Rechnung trägt. Die Leitung verantwortet alle drei Bereiche gleichermassen im Rahmen eines Gesamtkonzepts.
Das Programm zeichnet sich durch ein erkennbares künstlerisches Profil aus und soll in seiner Gesamtheit beurteilt und wahrgenommen werden können.
Partnerschaftliche Veranstaltungen mit Dritten oder Vermietungen ergänzen – je nach inhaltlicher und/oder terminlicher Disposition – das bestehende Programm
Das künstlerische Profil und die Kontinuität der Programmierung tragen entscheidend dazu bei, ein interessiertes und neugieriges Publikum, das sich mit der Kaserne Basel identifiziert, an diese zu binden.
Die Leitung verpflichtet sich zum Austausch und zur Zusammenarbeit mit den anderen Kulturveranstaltern in der Region Basel.
Die Vernetzung (Koproduktion, Koveranstaltung, Koordination) mit regionalen und überregionalen Veranstaltern und ggf. Produzenten ist ein wichtiger Planungs- und Kommunikationsfaktor.

Darüber hinaus etabliert sich die Kaserne Basel
als Treffpunkt für künstlerischen Austausch und Entwicklung,
als Ort für Ideen und Projekte, die nicht allein einer Sparte verpflichtet sind,
kurz, als gastfreundlicher und lebendiger Begegnungsort für in- und ausländische Kulturschaffende aus allen drei Kunstbereichen und einem Publikum, das eine vertiefte Auseinandersetzung mit den verschiedenen, aktuellen künstlerischen Erscheinungsformen sucht und sich nicht allein den modischen Strömungen, dem Mainstream oder der reinen Unterhaltung verpflichtet fühlt.

1.1 Populärmusik
Populärmusik umfasst alle zeitgenössischen Stile der Clubkultur wie z.B. Rock, Pop, HipHop, Reggae, Elektro, WorldBeats, Ambient oder Crossover.
Populärmusik ist mehr als Konsumgut. Die Kaserne Basel programmiert innovative, experimentelle Musik aus non-kommerziellen Nischen- und Subkulturen sowie daraus hervorgegangene arrivierte, erfolgreiche Formationen.
Das Programm ist nicht zu 100% kostendeckend und kann deshalb von Privaten nicht angeboten werden.
Erste Priorität haben internationale Formationen mit einem Publikumspotential von rund 1'000 Besucherinnen (Bespielung der Reithalle)
Zweite Priorität haben professionelle Formationen aus der Region Basel sowie internationale Formationen mit einem Publikumspotential von rund 500 Besucherinnen (Bespielung des Rossstalls).

1.2 Freies Theater
Unter dem Begriff „Theater“ wird professionelles Freies Theaterschaffen von hoher Qualität verstanden, das künstlerische Schwerpunkte setzt und sich durch einen eigenwilligen Zugang zu Texten, Themen oder der formalen Herangehensweise auszeichnet, das aktuelle und relevante Zeitfragen aufwirft und ein Forum (inklusive Rahmenveranstaltungen) für gesellschaftliche Diskurse bietet.
Ohne eigenes Ensemble steht die Kaserne Basel in erster Linie Schweizer Gruppen als Gastspiel- und, so weit möglich, als (Ko-)produktionsort offen.
In zweiter Priorität finden Gastspiele renommierter, internationaler Gruppen statt.

1.3 Zeitgenössischer Tanz
Das Programm umfasst den zeitgenössischen, künstlerischen Bühnentanz in all seinen Erscheinungsformen.
Es beschränkt sich jedoch auf Tanz,
der auf Professionalität im Sinne kontinuierlicher Weiterentwicklung basiert,
der sich durch künstlerische Eigenständigkeit, durch eine erkennbare Haltung und durch einen bewussten Umgang mit Bewegungssprachen auszeichnet,
der von einem inhaltlichen Anliegen getragen wird und sich durch Mut, Dringlichkeit und Lebendigkeit auszeichnet, der eine aktuelle, künstlerische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist bietet.
In erster Priorität treten innovative und qualitativ hochstehende Schweizer Compagnien mit einer nationalen und internationalen Ausstrahlung und Vernetzung auf
2. Finanzielles
Als Basis für die Planung soll von einem Gesamtbudget von rund CHF 2'200'000.— pro Jahr ausgegangen werden. Die Betriebssubvention der Kantone Basel Stadt und Basel Landschaft betragen CHF 1'650'000.--.
Die Generierung von weiteren Beiträgen von privaten und öffentlichen Kulturförderern gehört somit zur Kernaufgabe der Künstlerischen Leitung.
Zwischen Sponsoring als Teil einer Marketingstrategie und privater Kulturförderung durch Stiftungen oder Mäzene ist zu unterscheiden.
Die Finanzierung des Grundbetriebes darf nicht von Sponsorengeldern abhängig werden.
Die Eintrittspreise müssen so angesetzt werden, dass sie auch für Jüngere und Wenigverdienende erschwinglich sind.
3. Betrieb

Der Betrieb in der Kaserne Basel untersteht einer künstlerischen Gesamtleitung / einem Leitungsteam mit abschliessenden Kompetenzen.
Die Leitung orientiert den Vorstand frühzeitig über ihre Spielplanabsichten und laufend über den feststehenden Spielplan und allfällige Änderungen.
Innerhalb des Budgetrahmens und des Stellenplanes stellt die Leitung in eigener Kompetenz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein.
Bereich Musik:
Für den Musikbetrieb besteht nicht die Auflage kostendeckend zu sein. Künstlerische Experimente müssen möglich sein. Es sollen auch Programmpunkte präsentiert werden, welche Private sich nicht leisten können/wollen.
Die Vernetzung mit nationalen und internationalen Agenturen und anderen regionalen Clubs wird aktiv gesucht.
Bereich Theater:
In der Leitung der Kaserne Basel erhalten die lokale und die Schweizer Szene einen Partner.
Die Vernetzung mit koproduzierenden Häusern im deutschsprachigen Raum wird aktiv gesucht und unterstützt.
Priorität bei der Produktion haben tourneefähige Aufführungen, die an etablierten Spielstätten und Festivals gezeigt werden können.
Bereich Tanz:
Die Kaserne Basel wird zu einem Partner in dem sich auf nationaler Ebene formierenden Veranstalter-Netzwerk (Réseau Danse).
Bei Schweizer Produktionen und Gastspielen verpflichtet sich die Leitung zum Austausch und zu einer engen Zusammenarbeit mit den andern Tanzveranstaltern im Raum Basel (Theater Roxy etc.).
Verabschiedet an der Vorstandssitzung vom 22. Februar 2007
Vorstand Kaserne Basel
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