«Grenzverläufe der Provokation» – Gespräch mit Sahar Rahimi und Ursula Martinez

Karneval der Informationen – It's The Real Thing – Basler Dokumentartage 17

14:30
Gespräch / Englisch

Seit ihrer Gründung berühren Monster Truck die Grenzen des Theaters und sorgt für Kontroversen. In ihren Arbeiten geht es um den menschlichen Körper als Gegenstand des Blicks, des Urteils, des Ausgestelltseins. Dabei wird dieser zur

Oberfläche für alle möglichen Formen von gegensätzlichen Zuschreibungen, wie gesund/krank, arm/reich, schwarz/weiss, normal/fantastisch, herrschend/beherrscht.

Ursula Martinez’ Performance «My Stories, Your Emails» dreht sich wiederum um den Körper der Künstlerin selbst, dessen Abbild unkontrolliert seinen Weg in die Windungen des Internets findet und dort zum Objekt sexuellen Begehrens wird. Martinez schlägt zurück, holt die Bilder und Geschichten der Voyeure in den Live-Raum des Theaters und stellt sie dort aus.

Die Arbeiten von Martinez und Monster Truck bei den diesjährigen Dokumentartagen sind starke Polemiken. Sie spitzen zu und provozieren. Sie überlagern Kritik und Komödie und machen sich dabei aktiv selbst die Hände schmutzig. Damit begeben sie sich zugleich in eine heftig umstrittene Zone der Kunst, dorthin, wo die Frage nach der «political correctness» diskutiert wird.

Die Journalistin Margarita Tsomou spricht mit den Künstlerinnen Ursula Martinez und Sahar Rahimi (Monster Truck) über künstlerische Intensität, die Widersprüche des politischen Theaters und das Ringen mit der eigenen, inneren Zensur.