Hate Radio

EINGELADEN ZUM BERLINER THEATERTREFFEN 2012!

Französisch und Kinyarwanda mit dt. Übertiteln

Als am 6. April 1994 das Flugzeug des ruandischen Präsidenten kurz vor der Landung von zwei Raketen getroffen wurde, war dies das Startsignal für den grausamsten Genozid seit dem Ende des Kalten Kriegs. In den Monaten April, Mai und Juni 1994 wurden in dem zentralafrikanischen Staat schätzungsweise eine Million Angehörige der Tutsi-Minderheit und Tausende gemäßigter Hutu ermordet.

Hätte man ein einfaches und wirkungsvolles Ziel gesucht, um den Genozid in Ruanda zu verhindern, schrieb der US-amerikanische Journalist Philip Gourevitch, wäre der Radiosender RTLM ein guter Anfang gewesen. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die Mitarbeiter des populären Senders den Völkermord seit Monaten wie eine Werbekampagne vorbereitet. Das Programm bestand aus Pop-Musik, packenden Sportreportagen, politischen Pamphleten und an Verachtung nicht zu überbietenden Mordaufrufen. Die Grooves der neuesten kongolesischen Bands und aggressivste Rassenkunde vereinten sich hier auf wenigen Quadratmetern zu einem düsteren Laboratorium rassistischer Ideologie. Nach Aufführungen am Kigali Memorial Centre lässt das IIPM den Sender RTLM in originalgetreu nachgebauten Kulissen wieder live auf Sendung gehen – auf der Bühne stehen Überlebende des Genozids.

Eine Produktion des  IIPM - International Institute of Political Murder

Online:
http://www.hateradio.info
http://www.international-institute.de

«Hate Radio» ist eine Koproduktion des IIPM Berlin/Zürich mit dem Hauptstadtkulturfonds Berlin, dem Migros-Kulturprozent Schweiz, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, dem Kulturamt St. Gallen, dem Kunsthaus Bregenz, der Ernst Göhner Stiftung, dem HAU Berlin, dem Schlachthaus Theater Bern, der Beursschouwburg Brüssel, dem migros museum Zürich, der Kaserne Basel, dem Südpol Luzern, dem Verbrecher Verlag Berlin, dem Kigali Genocide Memorial Centre.
 
Mit der Unterstützung von kulturelles.bl Basel, Amt für Kultur Luzern, dem Goethe-Institut Brüssel, dem Goethe-Institut Johannesburg, Brussels Airlines, Spacial Solutions, der Commission Nationale de Lutte contre le Génocide (CNLG), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), Contact FM Kigali und IBUKA Rwanda (Dachorganisation der Opferverbände des Genozids in Ruanda), der Hochschule der Künste Bern (HKB), Friede Springer Stiftung.

Beitrag von SF Kulturplatz, 9. 11. 2011

Kulturplatz vom 09.11.2011

 

Diskussionsforum zu «Hate Radio»  SA 21.4. / 16 – 18:30 
Diskussion und Kurzreferate: Hansjörg Enz (Dozent an der ZHAW, ehemaliger Tagesschau-Moderator, Medienbeauftragter von Helvetas und Journalistenausbildner in der DR Kongo), Lukas Zürcher (Historiker und Doktorand an der Uni Zürich, mit Forschungsschwerpunkt Missions- und Entwicklungszusammen-arbeitsgeschichte Schweiz – Afrika), Milo Rau (Künstlerischer Leiter des «Hate Radio»-Projekts und Gründer des International Institute of Political Murder), Nancy Nkusi (Schauspielerin, Flucht als Kind aus Ruanda 1994). Moderation: Gerd Meuer (Autor, ehemaliger Westafrika-Korrespondent der ARD, Übersetzer von Wole Soyinka).



 Mitglieder des FSK, des Jugendclubs der Kaserne Basel, besuchen die Vorstellung vom Samstag, 21.4. zum reduzierten Eintritt von CHF 12.-.