Marcel Schwald (BS) «The Making of Americans von Gertrude Stein»

«The Making of Americans», eines der grossen Kultwerke der Avantgarde des 20. Jahrhunderts, handelt von Europa als einem Kontinent der Auswanderer: In grosser Zahl fliehen Menschen im 19. Jahrhundert vor Perspektivlosigkeit, während jenseits des Atlantiks eine Neue Welt heranwächst. Gertrude Stein verhandelt in ihrem Roman die Migrationsgeschichten zweier Familien und zieht dabei grosse Analogien zu ihrer eigenen Biografie. Sie befragt nicht nur die Befindlichkeit des westlichen Individuums, sondern entwirft zugleich eine Geschichtsschreibung für alle Arten von Menschen, die darin keinen Platz finden. Marcel Schwalds Bühnenadaption verdeutlicht, wie die äussere Handlung im Verlaufe des Textes immer stärker zu Gunsten einer experimentellen Sprachspielfläche zurücktritt – eine radikale Poetik, die Stein auch den Spitznamen «Mama of Dada» eingebracht hat.
Marcel Schwald interessieren formal wie inhaltlich Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Kommunikation. Frühere Arbeiten von Schwald, etwa das Gesprächsperformance-Format «Host Club» oder die Performance «Let’s Pretend to be Human», wurden an freien Häusern und Stadttheatern in der Schweiz, Deutschland, in den Niederlanden und in China gezeigt.

Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung vom Mi 11.1.
Eine Produktion von Paraform in Koproduktion mit Theater Winkelwiese Zürich, Kaserne Basel, Kleintheater Luzern und Tojo Theater Reitschule Bern
Gastspiele: Theaterdiscounter Berlin, Pathos München

Mit Susanne Abelein, Julia Schmidt und Ariane Andereggen
Text Prolog: Ariane Andereggen
Künstlerische Leitung & Regie: Marcel Schwald
Dramaturgie: Alan Twitchell
Bühne: Elisabeth Fritsch
Kostüme: Anna Sophia Röpcke
Sounddesign: Matthias Meppelink
Technische Leitung & Lichtdesign: Thomas Kohler
Produktionsleitung: Franziska Schmidt

Wir danken:
Fachausschuss Theater & Tanz BS/BL, Stadt Zürich – Kultur, Kanton Zürich – Fachstelle Kultur, Stadt Bern – Abteilung Kulturelles, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Migros Kulturprozent, GGG Basel - Die Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige, Stiftung Edith Maryon, Schweizerische Interpretenstiftung sowie allen weiteren GönnerInnen.