RIMINI PROTOKOLL (STEFAN KAEGI/DOMINIC HUBER, CH/DE) «Nachlass, pièces sans personnes»

Die Lebenserwartung ist in der Schweiz in den letzten 100 Jahren um fast 40 Jahre gestiegen. Eine hochspezialisierte Medizin, mit der sich das Lebensende immer weiter hinauszögern lässt, trifft auf eine Gesetzgebung, die es möglich macht den Zeitpunkt des Ablebens selbst zu wählen und zu gestalten. Gleichzeitig wird über die Besteuerung von Erbschaften und die Frage nach dem sozialen Zusammenhalt gestritten.
Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) hat acht Menschen begleitet, die sich damit auseinandersetzen, was von ihrem Leben bleiben soll; unter ihnen eine EU-Botschafterin, ein Zürcher Muslim, eine neunzigjährige Angestellte, ein Demenzforscher und ein Base-Jumper. In Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Dominic Huber sind Räume entstanden, die davon erzählen, was von einem Menschen bleibt, wenn er nicht mehr da ist. «Nachlass» zeigt Pyramiden oder Mausoleen des 21. Jahrhunderts, die von ihren späteren Besitzern selbst gestaltet wurden. Das Publikum begibt sich so in eine immersive Rauminstallation und lässt sich von Stimmen, Objekten und Bildern an den Ort der Staffelübergabe zwischen den Generationen und den Grenzen der eigenen Existenz begleiten.
Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) erhielt vom Bundesamt für Kultur den Schweizer Grand Prix Theater, den wichtigsten eidgenössischen Preis für Theaterschaffende. Nach «Radio Muezzin», «Remote Basel», «Qualitätskontrolle» und «Situation Rooms» steht das erfolgreiche deutsch-schweizerische Theaterkollektiv nun erneut auf dem Spielplan der Kaserne Basel.
Konzept Stefan Kaegi, Dominic Huber
Video Bruno Deville
Dramaturgie Katja Hagedorn
Ton Frédéric Morier

Regieassistenz Magali Tosato, Déborah Helle (Hospitanz)
Bühnenbildassistenz Clio Van Aerde, Marine Brosse (Hospitanz)
Technisches Konzept, Bau der Installation Théâtre Vidy-Lausanne

Produktion Théâtre Vidy-Lausanne
Koproduktion Rimini Apparat, Schauspielhaus Zürich, Bonlieu Scène nationale Annecy et la Bâtie-Festival de Genève dans le cadre du programme INTERREG France-Suisse 2014-2020, Maillon, Théâtre de Strasbourg-scène européenne, Stadsschouwburg Amsterdam, Staatsschauspiel Dresden, Caroline Performing Arts.
Unterstützung Pro Helvetia - Fondation suisse pour la culture, Fondation Casino Barrière, Montreux, der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.