Rimini Protokoll «Situation Rooms»

Ein Multiplayer-Video-Stück

«Situation Rooms» versammelt 20 Menschen, deren Biografien von Waffen mitgeschrieben wurden. Sie treffen in einem Filmset aufeinander, in dessen Räumen die globalisierte Welt der Sturmgewehre und Drohnen, der Regierenden und Flüchtenden nachgebaut wurde. Die Zuschauer_innen folgen der individuellen Fährte der ausgehändigten Kameras und begeben sich in diesen Parcours. Sie verstricken sich selbst in ein Netz von Begebenheiten und schlüpfen in die Perspektiven von Protagonist_innen. So setzt sich ein Zuschauer an den Schreibtisch einer Führungskraft aus der Rüstungsindustrie. Eine andere Zuschauerin folgt einem pakistanischen Anwalt von Opfern amerikanischer Drohnenanschläge in ein enges Kabuff mit Überwachungsmonitoren. Auf ihrem Weg dorthin sieht sie einen dritten Zuschauer, der in den Schiessstand eines Berliner Schützenvereins eintritt und dem deutschen Meister im Parcours-Schiessen zuhört. Das Publikum verfängt sich nach und nach im räumlichen und inhaltlichen Labyrinth des Rüstungsgeschäfts und jeder Einzelne wird Teil eines komplex ausgetüftelten multiperspektivischen «Shootings». «Situation Rooms» ist ein multiples Simultan-Kino – so dreidimensional wie das Theater selbst.
Im Mai diesen Jahres erhielt Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) vom Bundesamt für Kultur den Schweizer Grand Prix Theater, den wichtigsten eidgenössischen Preis für Theaterschaffende. Nach «Radio Muezzin», «Remote Basel» und «Qualitätskontrolle» (wildwuchs Festival) steht das erfolgreiche deutsch-schweizerische Theaterkollektiv nun erneut auf dem Spielplan der Kaserne Basel.

«Es ist eine Arbeit, die auf geradezu haptische Weise die Frage nach den Bildern stellt, die der Krieg produziert: und zwar der (gefälschten) Propagandabilder ebenso wie der innersten Alptraumbilder»
taz, 11.8.2014
Im Rahmen dieses Projektes veranstaltet die Kaserne Basel am Samstag 19.9. gemeinsam mit dem HeK – Haus der elektronischen Künste einen Thementag, u.a. mit Daniel Wetzel von Rimini Protokoll.
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Eine Koproduktion von Rimini Apparat mit der Ruhrtriennale, Schauspielhaus Zürich, SPIELART festival & Münchner Kammerspiele, Perth International Arts Festival, Grande Halle et Parc de la Villette Paris, HAU – Hebbel am Ufer, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main. Die Produktion wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Das Gastspiel in Basel wird substantiell unterstützt durch: Christoph Merian Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, GGG Basel

Medienpartner: Tageswoche, BZ Basel, Radio X, WOZ – Die Wochenzeitung, Badische Zeitung