Thom Luz (CH) «Girl From The Fog Machine Factory»

"Thom Luz ist ein Meister des feinen Unterschieds. Deswegen sind seine Nebelabende auch so etwas wie musikalische Luftpost. Sie versenden ihre schönen Nachrichten irgendwie mit Nichts, durch das Nichts, auf dem Nichts. Jedenfalls mit nichts Greifbarem. Thom Luz möchte nicht falsch beeindrucken. Er möchte fein beeindrucken. Das ist seine schwebende Neudefinition von Komödie. Luz’ Experten des Sonderlichen sind Widerständler gegen Festlegungen, Dissidenten der Vernunft und ihrer Wertmaschine aus Ware und Zahl. Ihr Vorbild ist die Nebelmaschine, denn die schafft Bilder, Atmosphäre, Magie, durch die der Klang der Musik hindernislos hindurchdringt." (Till Briegleb, Theatertreffen Berlin 2017)

Die Geschäfte laufen schlecht in der kleinen Nebelmaschinenfabrik am Rand der Stadt. Die Auftragslage ist dürftig, in der gegenwärtigen Situation möchte niemand mehr Maschinen kaufen, die im Kern nichts produzieren. Der Chef und seine Mitarbeiter – sein Sohn, eine unbezahlte Praktikantin sowie musikalisches Personal zur Nebelvertonung bei Verkaufspräsentationen – stehen ratlos im Showroom und überlegen stumm, wie man wohl die Zukunft überleben könnte. Um finanziell über die Runden zu kommen sind neue Ideen gefragt, neue Bilder, neue Lösungen. Die Belegschaft beginnt zu experimentieren: Wasserfälle, Planetenringe, leuchtende Nebelmeere und berühmte Skulpturen von Rodin und Giacometti, Böcklins Toteninsel mit Ruderboot, alles aus Nebel nachgebaut. Flüchtig zwar – aber immerhin. Der gesamte Maschinenpark und sämtliches Nebelwissen aus 225 Jahren Firmengeschichte wird aufgefahren, vor den Augen der sporadisch vorbeischauenden Laufkundschaft entstehen Bilder von flüchtiger Opulenz und handwerklich-praktischer Sinnfreiheit. Ob sich aber die Zukunft der Firma mit derart vergänglichen Kurzschönheiten retten lässt steht buchstäblich in den Wolken. Man wird es sehen - oder eben nicht.
Die neue Produktion des Schweizer Theaterkünstlers Thom Luz beschäftigt sich mit den ungreifbarsten Aspekten des Menschseins und des Geschichtenerzählens: Wenn sich etwas stetig verändert, wie lässt es sich festhalten? Und soll man das überhaupt versuchen?

Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am Do 31.5.
Mit Mathias Weibel, Mara Miribung, Samuel Streiff, Sigurdur Arent Jónsson, Fhunyue Gao
Raum, Inszenierung Thom Luz
Musikalische Leitung Mathias Weibel
Kostüm Tina Bleuler, Katharina Baldauf
Sounddesign Martin Hofstetter
Lichtkonzept Thom Luz, Tina Bleuler
Technische Leitung Li Sanli
Lichttechnik Jens Seiler
Regieassistent Benjamin Truong
Kommunikation/Diffusion Ramun Bernetta
Produktionsleitung Gabi Bernetta


Produktion Thom Luz und Bernetta Theaterproduktionen
Koproduktion Gessnerallee Zürich, Théâtre Vidy-Lausanne, Kaserne Basel, Sommerfestival Kampnagel Hamburg, Theater Chur, Südpol Luzern

UA/Premiere 17. Mai 2018 Gessnerallee Zürich

Unterstützt durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung, Fachausschuss Theater und Tanz Kanton Basel-Stadt Kultur/Kanton Basel-Landschaft, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Look Solutions Fog Machines, Schiedmayer Celesta, Viadukt*3